Notfallseelsorge auf der Suche nach Verstärkung

Knapp 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatte die Notfallseelsorge im Landkreis Heidenheim im vergangenen Jahr. Bei 74 Einsätze haben diese andere Menschen nach dem plötzlichen Verlust eines Angehörigen oder in anderen Situationen begleitet.

Gerne möchte die Notfallseelsorge in den kommenden Monaten ihr Team verstärken. Aktuell sind die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich als Pfarrerinnen und Pfarrer oder Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten tätig. Die Mitarbeit in der Notfallseelsorge geschieht in der Regel innerhalb des Dienstauftrags.

Doch die Zahl der verfügbaren Kräfte ist rückläufig. Daher möchte die Notfallseelsorge nun verstärkt Ehrenamtliche für die Mitarbeit in der Notfallseelsorge gewinnen. Gesucht werden Menschen, die gerne anderen helfen wollen, die gut zuhören können und körperlich und psychisch belastbar sind. Interessenten werden in einer umfassenden Schulung auf ihre Aufgabe vorbereitet. Der Kurs, der 80 Unterrichtseinheiten umfasst, findet abends und teilweise auch an Wochenenden statt und beinhaltet auch eine Hospitationsphase.

Ein erstes Konzept zur Einbindung von Ehrenamtlichen wurde schon vor Jahren erstellt. Doch der Weg zur Mitarbeit war damals steinig und lang, denn er setzte in jedem Fall eine Ausbildung in seelsorgerlicher Gesprächsführung voraus, ehe darauf aufbauen eine Spezialisierung für die Notfallseelsorge erfolgen konnte. Zudem fand die Notfallseelsorge in Seminarwochen statt, für die Urlaub genommen werden musste.

Inzwischen liegt ein eigenes Kurskonzept für eine Schulung aus Kreisebene vor, das im Landkreis Heidenheim im kommenden Jahr erstmals umgesetzt werden soll.

Ausbildung zur Mitarbeit in der Notfallseelsorge

Die Mitarbeit in der Notfallseelsorge setzt neben den persönlichen Eignungskriterien eine geeignete Ausbildung voraus. 

Zu den persönlichen Eignungskriterien gehören unter anderem:

  • Zuhören können
  • Empathiefähigkeit
  • Bereitschaft, sich auf fremde Situationen einzulassen
  • anderen Menschen ohne Vorbehalte begegnen können
  • körperliche und psychische Belastbarkeit

Die Ausbildung orientiert sich an den Qualitätsstandards zur Aus- und Fortbildung im Bereich der Psychosozialen Akuthilfe, die bundesweit und in Absprache aller Akteure auf dem Gebiet der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) festgelegt wurden.

Die wesentlichen Inhalte der Ausbildung sind:

  1. Einführung in den Lehrgang – 3 Unterrichtseinheiten (UE)
  2. Einführung die Stresstheorie und Grundlagen der Psychotraumatologie - 8 UE
  3. Organisationsstrukturen der PSNV und der BOS – 8 UE
  4. Kultur und Religion - 6 UE
  5. Suizid - 5 UE
  6. Psychiatrie und Psychotherapie - 4 UE
  7. Kommunikation - 8 UE
  8. Besondere Zielgruppen - 4 UE
  9. Struktur einer Intervention und Einsatzindikationen - 23 UE
  10. Psychohygiene - 5 UE
  11. Recht und Verwaltung - 4 UE
  12. Abschlussgespräch - 2 UE

Auch Personen, die bereits eine beraterische, therapeutische, sozialpädagogische oder seelsorgerliche Ausbildung haben, müssen an der Ausbildung entsprechend teilnehmen, um sich das erforderliche Spezialwissen anzueignen. Wir freuen uns, wenn Personen mit entsprechender Ausbildung unser Team und auch die Ausbildungskurse bereichern!

Neben dem theoretischen Teil gehören aus Hospitationen und supervisorische Begleitung zur Ausbildung.

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