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Jahresbericht 2000 Drucken E-Mail

War das Jahr 1999 ein Jahr des Aufbaus, so kann man das Jahr 2000 als Jahr des Ausbaus bezeichnen. Die Zahl der Einsätze hat sich um fast die Hälfte auf 30 erhöht und die Kontakte mit den Hilfs­organisationen wurden vertieft.

Neben den Gesprächen der Kollegen in den einzelnen Kreisgemeinden und einer Fortbildung mit der Schnelleinsatzgruppe Heidenheim/Giengen des DRK (K.-H. Kocka) ist dabei besonders zu erwähnen die kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Herbrechtingen, Abt. Herbrechtingen. Veranlaßt durch eine Anfrage an die Psychiatrische Klinik in Heidenheim kam es nach einem Vorgespräch zur Verabredung einer regelmäßigen Begleitung in der Nachbereitung von Einsätzen in einer festen Gruppe durch unseren beratenden OA Dr. Scheidt und mich. Damit verbunden ist die Vereinbarung, bei besonderen Ereignis­sen auch zeitnah zu einer Aufarbeitung zur Verfügung zu stehen. Im Berichtsjahr wurde von dieser Akutberatung einmal Gebrauch gemacht.

Der Verbesserung der Kontakte und der organisatorischen Einbindung in das Rettungswesen diente auch die erstmalige Einbeziehung in eine Großübung von DRK und Feuerwehr im September in Mergelstetten. Diese Erfahrung machte deutlich, wie wichtig es im Ernstfall für uns ist, sich zunächst einen Überblick über die Lage zu verschaffen und bei größeren Ereignissen mit mehreren Geschädigten sofort Kolleg(inn)en nachzufordern.

Dieser Ernstfall trat dann im November mit dem Eisenbahnunglück im Herbrechtinger Bahnhof ein. Die Alarmierung des diensthabenden Kollegen erfolgte etwa eine Stunde nach dem Unfallzeitpunkt. Zuvor waren jedoch schon vier ortsansässige bzw. zufällig anwesende Kolleg(inn)en aus eigenem Antrieb bei den ca. 30 Verletzten im Einsatz, ein fünfter kam später im Laufe des Tages zur Betreuung des Fahrdienstleiters.

Intern wurde die Diskussion um die Namensgebung dahingehend abgeschlossen, dass eine Änderung des Namens „Notfall-SEELSORGE“ angesichts der steigenden Akzeptanz, wie sie in den Einsatzzahlen zum Ausdruck kommt, nicht für notwendig gehalten wird.

Aus dem Dienst der Notfallseelsorge ausgeschieden sind im Jahr 2000 fünf Kollegen, davon vier durch dienstlichen Ortswechsel und einer aus persönlichen Gründen. Dafür nahmen drei neu diese Arbeit auf. Ausgeschieden ist im September durch Weggang aus Heidenheim auch unser Berater aus der Psychiatrischen Klinik, Oberarzt Dr. Scheidt. Ein Nachfolger ist für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Ebenso werden mit Beginn des neuen Jahres drei weitere Kollegen neu ihre Mitarbeit bei uns aufnehmen.

Die Rücklagen der Notfallseelsorge betrugen zum Jahresende rd. 7700,- DM

Die folgenden Statistiken sollen einen Überblick über die Einsätze des vergangenen Jahres geben.

Einsätze in den Monaten des Jahres 2000

Jan.

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

1

1

2

3

6

3

1

2

1

4

3

3

insgesamt: 30

Einsatzarten
(mit Mehrfachnennungen)

Begleitung bei der Überbringung von Todesnachrichten

7

Unfälle (Verabschiedung von Toten, Begleitung Un- oder Leichtverletzter, menschliche Unterstützung von Hilfskräften)

5

Begleitung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen (erfolglose Re­animation, Suizid ...)

19

Betreuung bei Suiziddrohungen

2

Fehlalarmierungen/abgebrochene Einsätze

1

Nachbetreuung von Einsatzkräften

1

Misshandlung

1

 

Einsatzorte

Heidenheim (m. Teilorten)

12

Niederstotzingen

-

Königsbronn

1

Hermaringen

1

Steinheim

-

Sontheim/Br.

1

Nattheim

4

Herbrechtingen

6

Gerstetten

1

Dischingen

-

Giengen

3

Autobahn

1

 

Anfordernde Organisationen

Notarzt

8

DRK

6

Feuerwehr

4

Polizei

9

Kollegen

1

unbekannt

2

 

Karl-Heinz Kocka