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zum Umgang mit körperlich seelischen Reaktionen nach einem Notfall oder Unglück

 

Es hat sich als günstig erwiesen, über die gängigen psychischen Reaktionen zu informieren, die in solchen Situationen auftreten. Hierfür gibt es mehrere Gründe:

Die meisten Menschen sind über die normalen und gewöhnlichen Reaktionen nicht unterrichtet, und sie neigen daher dazu, eigene Reaktionen als unnormal und ungewöhnlich aufzufassen. Wenn man hingegen die Normalreaktionen kennt, ist es leichter, sie zu akzeptieren. Auf dem Hintergrund der starken Belastungen, denen man ausgesetzt ist, erlebt man sie als angemessen. Es erscheint günstig, wenn auch die nächsten Familienangehörigen und Arbeitskollegen hiervon Kenntnis haben.

Diese Reaktionen können so stark, quälend und von so langer Dauer sein, daß eine Behandlung notwendig wird. In diesem Fall sollten Sie nicht zu lange warten, bevor Sie eine Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn auch viele Betroffene derart starke Reaktionen erleben, heißt das nicht, daß jeder in gleichem Maße betroffen ist.

Die erste Reaktion ist oft von Unwirklichkeit geprägt. Viele haben ein starkes Gefühl von innerer Leere. Es kann auch sehr schwer sein, in vollem Umfang zu verstehen, was passiert ist. Nach und nach läßt man das Unglücksgeschehen an sich heran, und es entstehen in der Regel die stärksten Reaktionen. Hier sind es vor allem Angstgefühle. Diese können von großer Heftigkeit sein, wenn das Geschehen innerlich wiedererlebt wird. Die gedanklichen Bilder können so realistisch sein, daß man das Gefühl bekommt, Jetzt passiert es wieder".

Es kann schwierig oder unmöglich sein, sich gedanklich von den am meisten belastenden Ereignissen zu lösen. Die Angst führt zu Ratlosigkeit   und kann sich auch in körperlichen Beschwerden äußern. Solche körperlichen Beschwerden sind Zittern, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Druck auf der Brust, Übelkeit, Spannungen im Körper. Es kann sein, daß Sie sich leicht erschrecken, z.B. bei unerwarteten Geräuschen oder plötzlichen Bewegungen.

Furcht vor bestimmten Orten kann sich darin äußern, daß man sich plötzlich im Dunkeln, beim Alleinsein, oder wenn man mit anderen dicht beisammen ist, fürchtet. Oft ist eine natürliche Furcht zu beobachten, die dann entsteht, wenn man sich dem Unfallort nähert. Schlafproblerne äußern sich in Einschlafschwierigkeiten, oft auch wacht man häufig und zu früh auf.

Wichtig ist, von den typischen Unfallträumen zu wissen. Auf verschiedene Weise erlebt man das Unglücksgeschehen immer wieder als Alptraum. Und dies kann zu angsterfülltern Aufwachen führen. Wenn der Schlaf über längere Zeit gestört ist, führt dies zu einer Erschöpfung und erhöhter Reizbarkeit. Schlafmittel können über einen kurzen Zeitraum erforderlich werden.

Oft beobachtet man Verzweiflung und Grübeln. Einige Menschen bekommen dadurch Probleme, daß sie überlebt haben, während Freunde ums Leben gekommen sind. Dies kann zu übertriebenen Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen führen. Oft erlaubt man sich nicht, erleichtert darüber zu sein, daß man überlebt hat. Die Tendenz, sich zu isolieren, äußert sich in einem Bedürfnis, allein zu sein. Dahinter steht der Wunsch, sich gegen alles zu schützen, was die genannten Gefühle verstärken könnte. Man versucht zu vergessen, zieht sich vor dem Kontakt mit anderen zurück. In einem bestimmten Maße ist dies verständlich, aber auf die Dauer kann Isolation alleine nicht helfen.

Deshalb geben wir beiliegende Ratschläge.